"little sister" @ Lange Nacht der Forschung

 

Am 8. November findet ab Sonnenuntergang (16:37) bis Mitternacht die Lange Nacht der Forschung in ganz Österreich statt. Wir sind mit einer dreiteiligen interaktiven Präsentation am Gelände der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt vertreten. Hierbei werden die Themen der Medienpädagogik und der Medien- und Rezeptionsforschung nicht nur informativ aufbereitet und dargestellt, sondern können von den BesucherInnen mitgestaltet und am eigenen Leib erfahren werden. Durch die Reflexion des eigenen (Medien-)Handelns wird ein kritischer Umgang mit Medieninhalten und ein emanzipatorischer Effekt erwartet.

Lageplan

 

Die Präsentation im Detail

 

Vor dem Haupteingangsbereich der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt wird ein Container aufgestellt – dieser ist für die BesucherInnen zugänglich. Wissenschaftliche MitarbeiterInnen von medien.kultur.raum sind als AnsprechpartnerInnen und Auskunftspersonen vor dem Container. Sie verteilen Handouts, die auf die theoretischen Hintergründe der Performance und die weiterführenden Veranstaltungsteile verweisen.

Der Container ist mit einem Sofa, Tisch und Fernseher eingerichtet und wird videoüberwacht (die Geschehnisse werden live  auf eine Großbildleinwand in der Aula der Universität übertragen). Im Container sind zwei (studentische) SchauspielerInnen, die geschlechtsspezifische Stereotypen („Busenwunder“ und „Tatoo-Prolo“) darstellen, die BesucherInnen direkt ansprechen und in das Geschehen involvieren – die BesucherInnen werden dadurch selbst zu ProtagonistInnen.

 

Im aufgestellten Fernsehgerät ist abwechselnd folgendes zu sehen:

  • Der Mitschnitt des vorangegangenen Castings für die Stereotypen-DarstellerInnen

  • Ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Reality-Formaten

  • Eine live aus einem Nebenraum gesendete Moderatorin welche die BesucherInnen aus dem Fernsehgerät heraus direkt anspricht (Stichwort: Medien/RezipientInnen-Interaktion, aktiver Rezeptionsprozess)

 

Die „little sister“ Performance im Container wird live auf die Videowall übertragen. Die BesucherInnen haben dadurch die Möglichkeit ihre eigenen Erfahrungen und Eindrücke im Container mit der Darstellung auf der Videowall zu vergleichen (Stichwort: Medienwirklichkeit) und so die Veränderung durch die Aufnahme- und Präsentationsform am eigenen Leib zu erfahren (einerseits das eigene veränderte Verhalten durch das Wissen gefilmt zu werden, andererseits die Divergenz zwischen dem selbst Gesehenen und dem durch das Auge der Kamera gefilterten Blicks). Die theoretischen Hintergründe und Forschungsergebnisse werden in Form von Untertiteln ebenfalls auf die Videowall eingespielt. Interessierte BesucherInnen haben so die Möglichkeit Medientheorien kennen zu lernen und diese sofort im Kontext eigener, subjektiver Erfahrungen zu verorten.

 

Mit Blick auf die Videowall werden sechs Computerarbeitsplätze aufgestellt. Die BesucherInnen haben die Möglichkeit einen eigenen Zeitungsartikel zu verfassen. Je zwei Computer sind mit der spezifischen Layout-Vorlage einer Tages- oder Wochenzeitung sowie eines Online-Mediums ausgerüstet. Passend zur Layout-Vorlage ist ein/e JournalistIn des jeweiligen Mediums als BetreuerIn anwesend.

Direkt vor Ort wird jede von den BesucherInnen gestaltete Zeitungsseite ausgedruckt und als PDF auch auf unserer Homepage online verfügbar gemacht. Ein gedrucktes Exemplar wird auf einem dafür vorgesehenen Tisch den anderen BesucherInnen zur Ansicht zur Verfügung gestellt, ein Exemplar kann von dem/der jeweiligen VerfasserIn mit nach Hause genommen werden.

 

 

Unser Forschungsinteresse

 

Tageszeitungen und populäre TV-Sendungsformate gehören ganz selbstverständlich zum Alltag der Menschen. Doch welchen Einfluss haben Produktionstechniken, Format und Layout auf die vermittelten Inhalte und Informationen und wie genau entstehen bestimmte, gesellschaftlich relevante Bedeutungen und hegemoniale Diskurse in der Interaktion zwischen Medien und deren RezipientInnen? Unsere Intention ist es, einerseits den BesucherInnen Bereiche der Medienpädagogik sowie der Medien- und Rezeptionsforschung anschaulich näher zu bringen und andererseits einen kritischeren Umgang der Menschen mit den Inhalten der Medien zu forcieren.

 

Den theoretischen Hintergrund liefern die Cultural Studies (vgl. exemplarisch John Fiske, Lawrence Grossberg, Stuart Hall, Douglas Kellner) aber auch poststrukturalistische Theorien der Macht (siehe hierzu Michel Foucaults Auseinandersetzungen mit dem Panopticon in „Überwachen und Strafen“), kulturgeographische Raumtheorien (vgl. z.B. Doreen Massey, Gilian Rose), die Arbeiten der Gender Studies (vgl. z.B. Judith Butler, Theresa de Lauretis) und theoretische Auseinandersetzungen mit der Transformation von Wissen und Wirklichkeit durch die Informations- und Kommunikationstechnologien (siehe hierzu z.B. Jean-François Lyotard, Jean Baudrillard).

 

Ausgewählte Forschungsfragen:

  • Wie entstehen Medienwirklichkeiten?

  • Welche Stereotypen werden in populären TV-Formaten (Reality- und Casting-Shows, Sitcoms) dargestellt?

  • Wie verstärken/verändern/festigen populäre TV-Formate gesellschaftliche Diskurse über Geschlecht und Klasse?

  • Welche Bedeutungen werden in der Medien-RezipientInnen-Interaktion generiert?

  • Welchen Einfluss haben Formatvorlagen und Aufmachung auf die publizierte Information?

 

 

Projektkoordination

Mag.a Bettina Pirker

 

 

Projektteam

Mag.a Anita Arneitz

Marc Ertl

Elisabeth Felberbauer

Sophie Gerlitz

Wolfgang Hoi

Melanie Husel

Mag.a Manuela Klocker

Kerstin Kolbitsch

Mag.a Lilli Mahadalik

Mag.a Liane Oswald

Mag.a Isabella Terkl

Mag. Dr.in Karin Waldher

Mag. Dr.in Caroline Weberhofer

Christoph Wurzer

 

 

Kontakt: littlesister@medienkulturraum.at

 

 

KooperationspartnerInnen

   

 

 

 

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